Rede von Ralf Hübner, Geschäftsführer HOBART GmbH
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich, Sie hier so zahlreich begrüßen zu können und bin überzeugt davon, dass Sie Ihr Kommen nicht bereuen werden. Das, was wir Ihnen heute vorstellen, bedeutet nichts weniger als den Beginn einer Revolution in der Spültechnik. Ich gebe zu, das mag zunächst ein wenig übertrieben klingen, doch scheint es mir angesichts der Vorgaben, die wir uns selbst gesetzt und zum Teil bereits erreicht haben, keineswegs zu hoch gegriffen.
Unser Ziel ist es, den Verbrauch von Wasser und Energie beim Einsatz unserer Spülmaschinen um 50 Prozent zu reduzieren – und das bei gleicher Leistungskraft! Daran arbeiten wir seit rund drei Jahren.
Heute haben wir Sie eingeladen, um Ihnen die ersten Früchte unserer Forschung in Form von Technologiebausteinen und Design-Features zu präsentieren. Wir möchten Ihnen damit einen Einblick in die Spültechnik der Morgen geben.
Ich denke, ich muss Ihnen nicht im einzelnen darlegen, wie wichtig der maßvolle Umgang mit den Ressourcen Energie und Wasser in unserer heutigen Zeit ist. Der Energieverbrauch steigt weltweit rasant, gleiches gilt für die Kosten. Und wenn wir den Prognosen Glauben schenken dürfen, wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren weiter fortsetzen und noch verstärken.
Eine ähnliche Entwicklung ist beim Rohstoff Wasser zu beobachten. Auf den möchte ich an dieser Stelle etwas näher eingehen, weil Wasser für einen Spülmaschinenhersteller wie HOBART natürlich ein Thema von elementarer Bedeutung ist. Wasser ist ein knappes Gut.
Nur 2,5 Prozent der gesamten Wasservorräte auf der Erde sind Süßwasser. Davon wiederum sind 80 Prozent in Gletschern und dem ewigen Eis gebunden.
Mittlerweile hat sich zumindest in den westeuropäischen Ländern ein Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser gebildet. So ist zum Beispiel der Wasserverbrauch in Deutschland in den vergangenen zwölf Jahren um elf Liter auf 124 Liter pro Tag und Einwohner gesunken. Doch handelt es sich hierbei – verglichen mit dem exorbitanten Anstieg des Wasserverbrauchs weltweit – nur um den sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein, um im Bild zu bleiben.
Global betrachtet wird der Rohstoff Wasser immer knapper. Der weltweite Verteilungskampf um die kostbare Ressource hat längst begonnen: Energiemultis steigen in die private Wasserwirtschaft ein und sichern sich den exklusiven Zugriff auf das wertvolle Nass;
immer mehr Länder haben Schwierigkeiten, ihre Bevölkerung ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen; Projekte wie der Riesenstaudamm in China sorgen weltweit für Aufmerksamkeit.
Die Folgen dieses Verteilungskampfes sind schon jetzt zu spüren:Die Wasserpreise steigen unaufhörlich.
Nun geben wir uns bei HOBART beileibe nicht der Illusion hin, dass wir diese Entwicklungen in irgendeiner Form beeinflussen oder gar aufhalten könnten, und diejenigen unter Ihnen, die uns kennen, wissen, dass wir keine Luftschlösser bauen. Im Gegenteil: Wir sind immer sehr nah dran an unseren Kunden und setzen uns intensiv mit ihren Bedürfnissen auseinander.
Wenn sowohl die Kosten für Energie als auch die Kosten für Wasser stetig steigen,
wenn also die beiden wichtigsten Betriebskosten einer Spülmaschine in die Höhe gehen,
dann ist das für unsere Kunden natürlich ein Problem. Und da sind wir gefordert! Darum hat HOBART eine Innovationsoffensive gestartet, die, ich habe es eingangs schon erwähnt, ehrgeizige Ziele verfolgt. Wir wissen, dass wir damit im Sinn unserer Kunden handeln und stellen uns dieser Herausforderung gern,auch weil wir als Weltmarktführer für gewerbliche Spülmaschinen so unseren Teil dazu beitragen können, den Verbrauch der kostbaren Ressourcen Wasser und Energie zu verringern.
Im Rahmen unserer Innovationsoffensive haben wir in den vergangenen drei Jahren enorme Anstrengungen unternommen und rund eine Million Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Dabei können wir auf das Know-how und die Kompetenz des Forschungszentrums - ITW Technology Center - unserer Konzernmutter Illinois Tool Works zurückgreifen.
Hier wird Grundlagenforschung im besten Wortsinn betrieben. Rund 100 Experten aus unterschiedlichen Disziplinen bündeln im ITW Technology Center ihr Fachwissen mit dem Ziel, den Verbrauch von Energie und Wasser beim Einsatz von Maschinen zu reduzieren.
Ich möchte Ihnen das an einem banal erscheinenden Beispiel verdeutlichen: Wir haben uns die Frage gestellt: Welche Größe müssen die Wassertropfen in einer Spülmaschine eigentlich haben, um eine maximale Energietransferrate zu erzielen? Die Antwort:
Je größer die Tropfen, desto besser die Energietransferrate. Also haben wir in unseren Maschinen die Düsen vergrößert und den Druck sowie die Strömunsgeschwindigkeit verringert, um die Tropfengröße zu erhöhen und so den Energieverbrauch maßgeblich zu senken.
Der interdisziplinäre Ansatz des ITW Technology Center hat den großen Vorteil, dass eine Thematik, in unserem Fall der Spülprozess, aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird
und auch unkonventionelle Lösungsansätze erlaubt, ja gewünscht sind. Alles Bestehende wird zunächst einmal auf den Prüfstand gestellt. Keine bislang gültigen Eckdaten, keine Rahmenbedingungen werden als unantastbar angesehen. Alles darf gedacht und alles darf kritisch hinterfragt werden.
Nur so können wir wirklich bedeutende Innovationen erreichen.
Und genau darum geht es: Wir wollen klotzen, nicht kleckern! um es mal plakativ zu sagen.
Wir reden hier nicht über Weiterentwicklungen oder Optimierungen bestehender Techniken und Systeme, damit wollen wir uns nicht zufrieden geben. Wir reden vielmehr über die Entwicklung ganz neuer Techniken und Systeme, über echte Innovationen, die für die Spültechnik einen Quantensprung bedeuten. Und damit meine ich nicht den im Mikrokosmos, sondern den im übertragenden Sinn eines gewaltigen Fortschritts.
Wir möchten die nächsten beiden Tage nutzen, Ihnen die Technologiebausteine und –konzepte vorzustellen, die bereits kurz vor der Serienreife stehen. Schon in wenigen Wochen auf der INTERNORGA Anfang März in Hamburg werden wir die erste Spülmaschine präsentieren, die rund 50 Prozent weniger Wasser verbraucht – bei gleicher Leistung wohlgemerkt! Andere Konzeptstudien befinden sich noch im Entwicklungsstadium, aber seien Sie gewiss, uns geht es bei diesen Forschungen immer auch um die Machbarkeit.
Wir wären allerdings schlecht beraten, wenn wir bei Investitionen dieser Größenordnung und mit den Möglichkeiten, die das ITW Technology Center bietet, nur den nächsten Schritt planen, und den übernächsten außer Acht lassen würden. Wir beschäftigen uns also nicht nur mit der Technik von morgen, wir denken bereits an die Technik von übermorgen. Das gebietet uns schon unser Status als Technologieführer und unser Selbstverständnis als innovatives Unternehmen.
Bevor ich jetzt das Wort an Herrn Beck gebe, der Ihnen etwas zum Ablauf der nächsten beiden Tage sagen wird, möchte ich noch auf einen weiteren Aspekt der Innovationsoffensive von HOBART hinweisen:
Das Forschungsprojekt REWARD.
Das Projekt unter Mitwirkung mehrerer mittelständischer Unternehmen und zweier Universitäten wurde von HOBART mit initiiert und wird von der Europäischen Union mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert.
REWARD steht für Research on Energy, Water and Chemical Agent Reduction in Commercial Dishwashers. Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, den Verbrauch von Wasser, Energie und Spülmitteln beim Einsatz von Spülmaschinen zu reduzieren.
Sie sehen also, HOBART ist überaus aktiv, wenn es um einen maßvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit unserer Umwelt und ihren Ressourcen geht. Für uns bedeutet das eine Investition in die Zukunft, und es ist eine der wichtigsten Investitionen.
Damit genug der Vorrede, ich möchte Ihre Geduld nicht länger strapazieren und bitte jetzt Herrn Beck Ihnen einen ersten Einblick in die Zukunft der Spültechnik zu geben.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen neue und hoffentlich spannende Erkenntnisse bei der nun folgenden Präsentationen.